Hallo an alle Besucher,
Ein kleiner Bericht, wie das Leben hier so abläuft, und was einen erwartet. Es sind nur einige Beispiele.
Als wir im Februar ankamen, und feststellten mußten, daß eine Scheibe der Schiebetüren im Schlafzimmer einen kompletten Riss hatte, haben wir unseren Makler informiert.
Der kam dann auch "irgendwann" mal. Nur nicht zu der verabredeten Zeit. Es wurde diskutiert, wie so etwas passieren konnte. Natürlich war dann unsere Housemaid "Jyoti" an allem
schuld. Nach einigen Worten war diese Anschuldigung aber schnell vom Tisch. Nun wurde gemessen, um eine neue Scheibe zu besorgen. Wie gesagt, das Ganze fand am 15.02.08 statt.
Gestern (Donnerstag 13.03.08) sollte dann die neue Scheibe eingebaut werden. Die Glaser kamen dann auch gleich zu dritt.
Die Scheibe ist ziemlich groß und schwer, und Inder sind klein und zierlich. Als erstes wurde der Rahmen ausgebaut und die Scheibe entfernt.
Aber die neue Scheibe hatten sie gar nicht dabei. Sie wollten das Ganze dann so lassen, und heute (Freitag 14.03.08) die Scheibe einbauen. Die Moskitos freuen sich, wenn sie ungehindert reinfliegen
dürfen.
Nun wollten wir aber, das eine Holzplatte angebracht wird, die solange als Ersatz herhält.
Es vergingen mehrere Stunden, bis diese dann irgendwo aufgetrieben wurde.
Natürlich hatte man die Maße vergessen, und so wurde eifrig gesägt.
Nach weiteren 2 Stunden war die Holzplatte dann endlich soweit passend und konnte in den Rahmen gesetzt werden.
Nach langen Diskussionen und Telefonaten sagte man uns, daß es nun doch Samstag wird, bis die neue Scheibe da ist.
Und am Samstag (15.03.08) soll die Scheibe dann so zwischen 8.00 Uhr und 17.00 Uhr eingebaut werden. Was wir aber dann doch freundlich, aber bestimmt abgelehnt haben. Das Wochenende wollen wir
nun wirklich keine Handwerker haben.
Nachtrag: Die Scheibe ist inzwischen eingebaut. Was lange währt, wird irgenwann auch wahr.
Denn, wenn was kaputt geht, seien es Schalter, Wasserboiler, Steckdosen u.v.m. rufen wir die Jungs hier von der Hausverwaltung an. Die kommen dann meistens auch prompt.
Sitzen ja den ganzen Tag hier herum.
Aber mit 4 Mann. Vor der Haustür werden dann die Schuhe ausgezogen, und es kommen Socken zum Vorschein, die diesen Namen nicht verdienen. Meistens fehlt die komplette vordere Hälfte der Socken.
Dann wird der Schaden begutachtet und heiß diskutiert. Gabi redet auf Englisch, und dann wird eifrig in Hindu übersetzt. Der Elektriker oder Schlosser versteht nämlich kein Englisch.
In der ersten Woche konnte man sich das so vorstellen.
Man sitzt beim Frühstück und es klingelt. Man sieht durch den Monitor und 4 Maxl stehen da. Man öffnet die Tür, und dann ist es vorbei mit gemütlich Frühstücken. Man versucht seinen Kaffee noch
heiß zu geniessen, und hofft das alles in Ordnung kommt.
Das ging so die ersten beiden Wochen. In der Zwischenzeit ging unsere Türglocke kaputt.
Ist sehr modern dieses Teil. Mit Kamera und Monitor, damit man sehen kann, wieviel von Jungs einen heute beehren.
Wir haben dies auch schon reklamiert, aber in der Zwischenzeit wissen wir nicht, ob wir es dabei belassen sollen. Man hört nicht immer, wenn es klopft.
Und so öffnet man natürlich auch nicht immer, wenn Rechnungen vorbeigebracht werden, oder wenn sich einer von den Jungs anbietet, an seinen freien Wochenenden unsere Fenster zu putzen.
Dieses Haus ,in dem wir leben, ist nicht sehr alt. Es wurde im letzten Jahr fertig gesteltt.
Als wir in Paris waren, haben wir am Monmatre eine Karikatur von uns anfertigen lassen. Nun wollten wir im Fotohandel einen Rahmen bestellen. Es wurde Maß genommen und wir sollten
am nächsten Tag den Rahmen abholen.
Wir machen uns also am Samstag Nachmittag auf zum Fotohändler unserer Wahl.
Leider war der Herr von gestern nicht zu sprechen, und keiner wußte über den Vorgang Bescheid.
Wir sollten kurz warten, und sie suchen uns Rahmen heraus, die sie uns dann zeigen wollten.
Das wollten wir nun wieder nicht und sind lieber gegangen.
Der Preis von 800 Rupien erschien uns doch zu hoch.
Nachtrag: Wir haben einen Rahmen. Sieht toll aus.
Erfreulich ist aber, das z.B. ein Fax zu senden überhaupt kein Problem ist. Man geht auf den Markt zum Faxcenter seiner Wahl. Wie man ein Faxcenter erkennt? Meist sind das alles kleine Hütten
und darüber hängt ein Schild mit der Aufschrift: Computer, Internet, Telefon, Fax usw.
Man betritt die Räumlichkeiten und sieht einige Computer, Telefone und ein Fax. Die Computer sind alle offen. Nichts mit Abdeckung. So wird die Kiste besser gekühlt. Was mich allerdings wundert
ist, wie ein Computer mit einer solchen Staubschicht in seinem Inneren noch läuft.
Man äußert seinen Wunsch und siehe da.
Es wird das Telefon ausgestöpselt und an das Fax eingesteckt. Man gibt die Nummer und sein Dokument dem Service Mitarbeiter, und hofft, daß dieses alte, verdreckte, verstaubte Fax
funktioniert.
Gebannt schaut man zu, wie gewählt wird und hofft, wenn das Fax eingezogen wird, daß es wieder heil herauskommt.
Sogar einen Sendebericht erhält man. Ich entrichte die verlangten 25 Rupien. Letzte Woche waren es nur 20 Rupien. Aber ich bin froh und erleichtert, daß alles geklappt hat.
Man verabschiedet sich und verläßt dieses einzigartige Kommunikationscenter.
Eines aber werden wir Europäer nie aktzeptieren. Den Müll!!!!
Manchmal wundert man sich, wie Menschen so leben können. Na ja, die Neapolitaner vielleicht !!!
Wir hoffen, dieser Bericht erschreckt Euch nicht zu sehr und daß Ihr nun alle denkt, ach, die beiden leiden darunter.
Nein. man wundert sich selber darüber, wie man es aufnimmt.
Man bekommt Eindrücke, die man niemals vergisst.